Vom bunten Herzen
Worte gefunden! Mich ausgedrückt und damit verortet, mich mir selbst verständlich gemacht und vielleicht auch meinem Gegenüber.
Eine Antwort gegeben, wo keine erwünscht war.
Schweigen überlässt das Verstehen der Spekulation und die kann lange fischen in den endlosen Gewässern möglicher Gedanken und Befindlichkeiten.
Schweigen kann auch heißen, dass man gar nicht verstehen will. Das ist legitim.
Kommunikation funktioniert nicht allein, dann ist sie für die Fisch' und die reden üblicherweise auch nicht zurück.
Ich habe das für mich Notwendige gesagt und das ist gut.
Der Rest wird wohl Schweigen sein.
Fee am See - 20. Jan, 20:37
Vor lauter tapfer sein hab ich erst gestern Abend bemerkt, wie sehr mich M's mail am Donnerstag erschüttert hat. Ich bin doch tatsächlich um 19 Uhr eingeschlafen, ein Kunststück das ich bestenfalls bei heftigem Fieber zuwege bringe. Auch heute morgen wurde ich nur schwer munter und blieb fast bis Mittag in den Wattewelten meiner Träume verwoben. Das ist ungewöhnlich für eine, die Schlafen nur aufgrund der physischen als auch psychischen Notwendigkeiten gut findet.
M's mail hat mich an einem sehr empfindlichen Punkt getroffen, nämlich in der Frage meiner Integrität, Würde, Normalität und auch der eigenen Verantwortlichkeit. Ich bin ihr zu lange nachgelaufen, nun schlägt sie um sich, um mich zu vertreiben.
Als Kind tagträumte ich von Peter Pan, der an mein Fenster kam und mich mit sich nahm, wann immer die Einsamkeit und Isolation unerträglich wurden. Scheint so, als trage ich diesen Kindertraum noch immer mit mir und weiß doch, dass er nichts für die Wirklichkeit taugt. Ich glaube, heute versuche ich es mal anders.
Fee am See - 20. Jan, 17:10
Das war nun wirklich nicht notwendig, liebes Schicksal! Gestern abend auf dem Clubbing am Badeschiff hab ich SIE zum ersten Mal seit einem Monat wiedergesehen. Dass sie mich keines Blickes würdigte, war schon schwer zu verstehen. Dass sie sich vor meinen Augen mit einer anderen vergnügte, war auf eine heftige Weise schmerzhaft. Immerhin ist es keine meiner Freundinnen, sondern eine wirklich unmögliche Tussi. Das war eine deutliche Botschaft und vielleicht fällt es mir nun endlich leichter sie zu vergessen. Mein Herz fühlt sich an wie Schmirgelpapier, ach tut das weh.
Und jetzt fahr ich ins Casino...da sollte ich doch heute jede Menge Glück haben...
Fee am See - 6. Jan, 15:15
Ich schätze, die Tage an denen ich im letzten Jahr nicht voller Sehnsucht und Hoffnung an eine leider unerreichbare Frau dachte, lassen sich an einer Hand abzählen. Tatsächliche Nähe und Verbundenheit fehlen mir so sehr, dass das unglückliche Verliebtsein immerhin noch besser ist als völlige emotionale Einsamkeit. Aber wohl fühle ich mich damit nicht. Weder lassen sich Traurigsein und Verlassenheitsgefühle dadurch besser ertragen oder gar bewältigen, integrieren, auflösen, noch scheint es mir fair gegenüber der so heiß Begehrten. H., eine sehr kluge Frau, sagte einmal zu mir: "Stell dir vor, eine denkt den ganzen Tag an dich, ständig zieht da etwas in deine Richtung, schwere dunkle sehnsuchtsvolle fordernde Gedankenwolken, wochenlang, monatelang. Würde dir das gefallen?" Und tatsächlich hab ich das vor kurzem ja auch erlebt, eine, die gern Kontakt gehabt hätte und ich wollte nicht, fühlte mich einfach nicht wohl mit ihr und es hat keine Worte gebraucht, um ihr Drängen intensiv zu spüren. Es war nicht angenehm, denn irgendwie ist sofort ein Schuldgefühl da, wenn Hoffnungen und Wünsche unerfüllt bleiben, die ich erfüllen könnte. Und dann entsteht ein sehr unangenehmes Ungleichgewicht, eine Abwertung. Die Sehnsuchtsvolle, Wünschende verliert massiv an Attraktivität, die Abwehrende kämpft mit Schuldgefühlen und verschwindet hinter einem idealisierten Bild.
Tja, alles nicht sehr sinnvoll. Es gibt ja diese Geschichten: als ich so richtig in mein Single-Leben eingetaucht bin und gerade gar nicht an eine Beziehung dachte, hab ich X kennengelernt. Aber WIE kommt frau in diesen Zustand??? Beziehungsweise wie hält er an. Ich fühl mich zwei Tage super und zack lern ich schon wieder eine kennen und die Geschichte geht von vorne los. Vorsatz fürs neue Jahr also: Auf in neue Herzfühlgefilde, das im Kreisdrehen ist nur beim Walzertanzen wirklich schön!
Fee am See - 2. Jan, 11:15