babyblues

So, nun war meine Freundin Sy bei mir und wir haben den ganzen Nachmittag über unseren zukünftigen kids gebrütet. Nachdem wir die wesentliche Frage nach dem "wie komm ich zum Kinde" ausführlich erörtert haben, was uns in euphorisch-aufgeregte Stimmung versetzte, ernüchterte uns die Frage nach der Finanzierung. Wir kamen auf etwa 700,- Euro inklusive Kinderbetreuungsgeld, Kinderabsetzbetrag, Familienbeihilfe, Alleinverdienerabsetzbetrag und Wohnungsbeihilfe. Das ist um vieles weniger als ich jetzt verdiene, obwohl ich dann für zwei aufkommen muss. Ich bin ziemlich baff, hab nicht damit gerechnet, dass es so krass aussieht. De facto heißt das, dass ich ohne die Unterstützung des Vaters, entweder gleich nach der Schutzfrist wieder arbeiten gehen muss oder beim Kind bleib und an der Armutsgrenze lebe. Wobei ich mir nicht vorstellen kann, wie sich irgendwas mit 700,- ausgehen soll, kostet ja schon die Wohnung über 400. Ja natürlich, wenn der Vater nicht zahlt, kann ich Unterhaltsvorschuss beantragen. Vorschuss wohlgemerkt, ich (oder der Vater, falls überhaupt angegeben) muss das später wieder zurückzahlen. Und die 110,- im Monat machen das Süppchen auch nicht fett. Ja, Frauen sollen eben nicht einfach so egoistisch für sich selbst Kinder kriegen, gehört sich ja nicht so ein Gschropp außerhalb einer ordentlichen Familie. Sy und ich hoffen, dass wir noch irgendwas übersehen haben. Frau fragt sich doch, wozu wir seit zwanzig Jahren Sozialversicherungsbeiträge einzahlen, wenn wir jetzt nicht mal für ein, zwei läppische Jährchen unsere Kinder großziehen dürfen.
silmanja - 4. Jan, 02:03

uij di wui - das klingt nicht gut - ich kenn mich da ja nicht wirklich aus, aber ich habe oft genug gelesen, dass alleinerziehende zu den am stärksten armutsgefährdeten gehören - das scheint deine erste recherche zu bestätigen - die ak ist übrigens in diesen dingen meines wissens immer ein guter ansprechpartner...

ansonsten wünsche ich das ausfindig machen, von weiteren geldquellen, weil am geld soll´s ja doch nicht scheitern, andererseits soll es ja auch keine schulden bringen - wär ja absurd...

Fee am See - 4. Jan, 13:55

danke fürs mitgefühl. nach dem gestrigen schrecken, nun neue zielstrebigkeit: wo ein wille, da ein weg. also, jetzt im voraus alle sparpotentiale ausschöpfen und dann mit dem winzling umgeschnallt machbare zuverdienstmöglichkeiten ausloten. ja, und dem zukünftigen papi ins geldbörsel schauen ;)
acqua - 7. Jan, 18:05

Also ein Spaziergang wird es bestimmt nicht werden, wenn du das Geld alleine zusammenkrazen musst. Leider. Jedenfalls wäre es hier bei uns ziemlich schwierig. Idealerweise hat man eine Arbeit, bei der man mit einer 40%-Anstellung schon so viel verdient, dass zwei Personen, bzw. eine Person und ein Persönchen, davon leben können. Aber wer hat die schon?
Aber das Finden eines Vaters, gestaltet sich das einfach?

Fee am See - 7. Jan, 21:43

Ja, das wird wohl nicht einfach. Frau kann sich ja nicht teilen, ganz da sein für das Persönchen und gleichzeitig Geld herbeischaffen. Ist gerade mal eher frustrierend daran zu denken. Von der Vatersuche kann ich noch nicht viel berichten, da ich noch in der Entscheidungsfindungsphase bin. Wie Mondzyklen begleitet der Kinderwunsch mein Leben, mal sehr stark, mal schwächer, mal ganz weg und war eigentlich immer mit der Vorstellung einer Partnerschaft verknüpft. Bis ich realisierte, dass ich die Verwirklichung meiner Lebensträume vielleicht nicht unbedingt von einer erhofften Beziehung abhängig machen sollte. Also hab ich mir eine dreimonatige Wunschüberprüfungszeit zugedacht. Ich lese viel darüber, rede mit meinen Freundinnen, recherchiere, plane, stell mir vor, was es für mein Leben bedeutet. Will ich das wirklich mit all seinen Konsequenzen oder ist es einfach nur ein wunderschöner Traum? Wird es mir gelingen genug Unterstützung zu finden, sind diese Netzwerke, die ich mir vorstelle, zu realisieren? Wenn Wunsch und Wille stark genug sind, werde ich Anfang März mit der Vatersuche beginnen. Idealerweise ein schwules Paar mit ebensolchem Kinderwunsch und der Bereitschaft auch fürs Kind da zu sein. Das setzt allerdings voraus, dass der zukünftige Vater auf meiner Wellenlänge liegt, dass wir uns sympatisch sind, ähnliche politische und Wertevorstellungen haben, dass wir gut miteinander reden können.
Bislang war die Tendenz positiv, steigend. Weder die massive Eingrenzung meiner persönlichen Zeitressourcen noch die Befürchtung "mit Kind will mich vielleicht keine mehr" haben mich bisher abbringen können. Der erste Dämpfer ist nun eigentlich die Sorge, dass es finanziell nicht zu schaffen ist. Mal sehen.
acqua - 7. Jan, 22:46

Ich habe mir ja, wenn auch sehr, sehr unkonkret, auch schon Gedanken in ähnlicher Richtung gemacht. Es tauchten bei mir dann mehrere wenns und abers auf. Neben den finanziellen Problemen waren das vor allem die Frage nach den Reaktionen meines Umfeldes und die Überlegung, ob es ethisch richtig oder doch eher ein Egotrip sei, zum Vorneherein in Kauf zu nehmen, das Kind in einer Einelternfamilie aufwachsen zu lassen.
Fee am See - 8. Jan, 21:10

Bei den Dogon aus Mali heißt es: Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind aufzuziehen. Ich glaube, es ist wichtig, dass ein Kind mehr als eine wichtige Bezugsperson hat. Dazu ist es wohl nicht wichtig, ob es allein mit Mutter oder Vater lebt, sondern ob es Zugang zu anderen Menschen hat. Ich habe meine "richtige" Zweieltern-Familie als extrem abgeschottet und sozial eingeengt empfunden.
acqua - 9. Jan, 22:13

Das ist ein interessanter Gedanke.
Sowieso ist es wohl bei jedem Kinderwunsch schwierig, zwischen Egotrip und dem Wunsch, einem Kind ein zu Hause zu geben, zu unterscheiden. Streng genommen ist ein Kinderwunsch wahrscheinlich immer ein Egotrip.
(Ob es bei den Dogon auch Gibus aka Wasserkudus gibt?)
Fee am See - 9. Jan, 23:02

Wobei Egotrip streng genommen sehr streng klingt. Aber der Wunsch ein Kind zu haben, welche Gründe auch ausschlaggebend sein mögen (Nestbautrieb, gesellschaftliche Anerkennung, "es richtig machen wollen", die Wärme einer eigenen Familie erleben wollen, eine gute Kindheit schenken wollen, wollen dass etwas von einer selbst bleibt....), ist immer dem eigenen Ego zuzuschreiben. Aber irgendetwas treibt diese Babys ja auch an, auf die Welt zu kommen ;)

Aus einem gegoogelten Reisebericht:
"We spent three days hiking in the Dogon country......we also saw herds of impala, warthogs, hippos, crocs, kudu..." Ist aber wohl eine Verwandte, denn Wasser ist im Land der Dogon nicht viel vorhanden.
Hm, diesem Orakel macht es offensichtlich Spaß ein rotes Fädchen auszulegen...
acqua - 2. Apr, 19:31

Dieser Artikel im heutigen NZZ Folio erinnerte mich an unsere Diskussion, die vor vier Monaten hier stoppte, liebe Fee. Nun frage ich mich, wie deine Entscheidung wohl ausgefallen ist und welche Wege du gefunden haben magst.
Fee am See - 7. Apr, 20:51

Liebe Aqua, ganz herzlichen Dank für deinen Kommentar hier! Das ist ja eine witzige Geschichte in der NZZ und erinnert mich an eine Doku, die ich einmal auf Arte gesehen habe, die von heute erwachsenen Samenspender-Kindern auf der Suche nach ihren Vätern handelte.
Vier Monate ist unsere Diskussion her!!!!! - ich konnte es kaum glauben, aber ja natürlich, es stimmt.
Ich bin inzwischen tatsächlich zu einer Entscheidung gekommen! Die drei Monate des Nachdenkens und Abwägens haben sehr klar und eindeutig zu der Erkenntnis geführt, dass ich jetzt - so es sein soll - ein Kind haben möchte. Lebenswünsche muss man sich selbst erfüllen, sonst macht man irgendwann andere für deren Nichterfüllung verantwortlich. Die Vatersuche hat begonnen und ich merke an vielen Details, wie ich beginne "ein Nest zu bauen". Wohl selten zuvor, habe ich so aufgeregt und zuversichtlich, neugierig und aufmerksam einen Weg beschritten. Aber noch ist alles am Anfang....
acqua - 7. Apr, 22:09

Ich sehe dich direkt vor mir, mit Grashalmen und Tierhaaren im Schnabel geschäftig auf- und abflatternd... ;-)
Wünsche dir alles Liebegute!

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