Montag, 27. Oktober 2008

Alles fliesst

Ich entleihe mir Acqua's hübschen blog-Titel, denn er passt so treffend zu meinem derzeitigen Erleben. Wer hat bloß die Schleusen geöffnet? War ich das selbst?
Da gibt es dieses schöne Lied "Wenn alle Brünnlein fließen"...M hat es manchmal gesungen, dazu mit der Gitarre geklimpert. Gestern kam mir das Lied dauernd in den Sinn und ich sah M vor mir, so nah und so fern zur gleichen Zeit. Wenn alle Tränlein fließen...

Am Nachmittag war ich dann bei Freundinnen, gemeinsamen Freundinnen, ursprünglich M's Freundinnen, aber da M nicht in Wien ist, ging das. So einen Freundinnenkreis hab ich lange gesucht, da wird viel gemeinsam unternommen, wandern, Tarockieren, Geburtstage gefeiert. Die meisten kennen sich schon sehr, sehr lange und man merkt, dass sie sich wirklich mögen. Wichtig ist das Gefühl eine Gruppe zu sein, ein Gemeinschaftsgefühl, ein ich-mach-mir-meine-eigene-Familie-Gefühl. Es wird viel geredet, viel gelacht und es geht sehr direkt zu, lauter sehr starke Frauen. In den 1 1/2 Jahren mit M bin ich da sehr hineingewachsen und es wäre schlimm auch das zu verlieren. Da war es schön, als G mir gestern sagte: 'Ihr gehört beide in diese Gruppe, da muss man halt eine Zeit lang schauen.' Und ich hab gestern tatsächlich geplaudert und gelacht und empfand trotz des so schmerzlich zerbrochenen Gefühls in mir auch etwas Ganzes und Heiles.

Dann kam ich nach Hause und mich erwartete ein See. In meinem Vorraum. In meiner Küche. Und aus der Therme tropfte das Wasser ziemliche heftig. Zuerst war ich ja noch verhältnismäßig ruhig, schickte das Hündchen auf seinen Platz, holte Kübel und Handtücher und rief die Hausbesitzer an. Der Mann schlief schon, die Frau hatte keine Ahnung, was man da machen kann, wo irgendwelche Hähne abzudrehen wären. Also rief ich den 24 Stunden Notdienst an. Das heißt, ich rief sehr viele Notdienste an, die allerdings alle nicht erreichbar waren. 9 Uhr abends an einem Sonntag ist eine schlechte Zeit für einen Notfall. Endlich hatte ich einen am Telefon. Er käme aber nur, wenn ich bar zahle und ich sollte mal mit 300 Euro rechnen. Da wurde ich dann verzweifelt. Ich hatte kein Geld zuhause und da wo ich wohne, rauscht der Bach, aber der nächste Geldautomat ist weit entfernt und ich habe kein Auto. Abgesehen davon, ist Monatsende und ich habe auch keine 300 Euro mehr am Konto. Da hab ich mich plötzlich sehr allein gefühlt. Aber dann kam doch noch Rettung. Erstens in Form von G, die sich ins Auto setzte und mir Geld brachte. Und zweitens, indem die Therme, warum auch immer, zu rinnen aufhörte. Immerhin hab ich mir damit den teuren Wochenend-Nacht-Tarif erspart. Jetzt ist allerdings Montag Mittag und ich sitze noch immer in einer kalten, feuchten Wohnung. Etwa alle 10 Sekunden tönt ein sanftes "plopp" aus der Küche. Den Vormittag hab ich am Telefon verbracht, streitend mit der Hausverwaltung, auf der Suche nach einem Installateur, der heute noch kommen kann. Vor einer Stunde ist es mir endlich gelungen und - ich hoffe inständig - der Klempner sollte irgendwann im Laufe des Nachmittags bei mir auftauchen.
Es gibt schon Tage, da ist es einfach zu viel.

Sonntag, 26. Oktober 2008

Tag 3

Ich schlafe, ich esse, gehe mit dem Hund spazieren, telefoniere hebe den Hörer ab wenn wer anruft, räume auf. Irgendein übergeordneter Teil von mir nimmt das zufrieden zur Kenntnis: die Lebensfunktionen sind aufrecht, der Kopf ist über Wasser. Der Schmerz aber scheint unendlich zu sein. Ich weiß einfach, dass wir zusammen gehören.

Freitag, 24. Oktober 2008

Ausschlussverfahren

Lange Zeit hat sie ja gesagt, weil sie nicht nein sagen konnte. Jetzt sagt sie nein, weil sie nicht ja sagen kann. Für mich ist sie die große Liebe.

Mittwoch, 22. Oktober 2008

Neues Spiel, neues Glück

Leider ist es auch diesmal nichts geworden und die kleine Eizelle hat sich vertschüst. Dennoch bin ich gelassen und zuversichtlich und freu mich auf den nächsten Versuch - kein Wunder bei diesen guten Wünschen! Es bleibt also spannend, liebe LeserInnen ;)

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Donnerstag, 16. Oktober 2008

Aktentaschenbluff

An der Supermarktkassa vor mir ein Mann über fünfzig. Männer dieser Altersklasse trifft man ja eher selten beim täglichen Einkauf. Dieser hier kauft aber auch nicht Brot, Wurst und Joghurt, sondern stellt eine Dose Bier aufs Förderband. Er wirkt gepflegt mit seinen braunen Cordhosen, der Lederjacke und einer dunklen Aktentasche aus gutem Leder. Dann sehe ich in seinem graubärtigen Gesicht die groben Poren und die fleckige Haut, die ich von meinem Vater kenne. Jetzt ist er dran, seine Hand zittert beim Übergeben des 5 Euroscheins und er sagt, wobei der die Aktentasche so weit öffnet, dass die Kassiererin hineinschauen kann: "Vier Stück." Ich schau auch hinein in seine Tasche: da ist nichts drin außer den Bierdosen. Schon traurig so was.

Mittwoch, 15. Oktober 2008

Was geholfen hat

Eine Stunde lang Mahjongg spielen und dabei laut vor mich hin schimpfen, klagen, jammern, wüten und weinen (und natürlich ist das Spiel kein einziges Mal aufgegangen ;).
Eine Form von Katharsis.

Mit der besten Freundin telefonieren und erkennen, dass ich doch Handlungsmöglichkeiten habe. Wiederfinden der Eigenmächtigkeit.

Von anderen Mitgefühl bekommen. Seelenbalsam.

Dienstag, 14. Oktober 2008

Out on Bisamberg

Was die Welt trägt (zumindest aus Spinnensicht)
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Nachmittag einer Umbellifere
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Rehlein im hohen Gras

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Nicht gut

Seit Tagen bin ich schweren Herzens. Wenn wir zusammen sind, sind derzeit Oberflächlichkeit und Distanz so präsent, dass ich mein Unglück kaum aushalte. Ich möchte die Beziehung nicht beenden, aber so will ich einfach nicht mehr weitermachen. Meine allerbesten Eigenschaften leisten mir Gesellschaft im Sumpf: Eifersucht und ein abgrundtiefes Verlassenheitsgefühl. Erfreut stelle ich fest, dass ich auch Wut empfinde - vielleicht kann sie das Seil sein, an dem ich mich selbst wieder in glücklichere Gefilde ziehe.

Freitag, 10. Oktober 2008

Ticke Tacke

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Once again

Der nächste Versuch. Schön ruhig bleiben, gelassen, geduldig. Und doch - wenn es klappt, passiert so etwas Großartiges. Es ist ja nicht bloß die eigene Erfahrung von Schwangersein, das Glück ein Kind zu bekommen, das intensive Miterleben der so besonderen Jahre der Kindheit. Es ist auch und vor allem die ganz persönliche, eigene Geschichte eines Menschen. Irgendwann in vierzig Jahren sitzt sie oder er vielleicht auch gerade an seinem PC, lässt gerade die Arbeit liegen und sinniert in einem blog über ihr/sein Leben.

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Jeden Tag einen extra...
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finifiorini - 17. Aug, 13:07
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finifiorini - 17. Aug, 13:02
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silmanja - 14. Aug, 09:47

Oh Schreck, Acqua unter Narkose!!! Ist alles gut gegangen,...
finifiorini - 14. Aug, 09:21

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